Ein Stolperstein für Hilde Ephraim

Am 9. April 2013 fand die feierliche Verlegung statt


Die Lebens-, Leidens- und Sterbedaten

In der Bayerischen Straße 20, vor dem letzten Wohnhaus der Sozialistin jüdischer Herkunft, die gegen die Nazis Widerstand leistete und dafür mit ihrem Leben bezahlte, versammelten sich Hausnachbarn von heute, Kinder aus der Katholischen Grundschule St. Ludwig und Sozialdemokraten der Abteilung Wilmersdorf-Nord, die die Patenschaft für den Stolperstein übernommen hatten, um dem Leben, Wirken und Sterben von Hilde Ephraim zu gedenken. Dabei schlug die anwesende Ülker Radziwill (MdA), SPD-Kandidatin für den Bundestagswahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf, in einer kurzen Ansprache den Bogen zum Widerstand von heute. Sie rief zum Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf.

 

Frank-Axel Dietrich über den Sinn der Erinnerungsarbeit

Der Vorsitzende der SPD-Wilmersdorf-Nord erinnerte daran, dass sich Sozialdemokraten gerade hier in diesem Bezirk besonders engagieren für ein ehrendes Gedenken der Verfolgten. Ehre den Opfern und Scham und Schande den Tätern. Frank-Axel Dietrich führte aus:

"Ein Blinken im Bürgersteig – man bleibt stehen, bückt sich, liest einen oder mehrere Namen, die Geburts- und Todesdaten einer Frau, eines Mannes oder Kindes. Man hält inne, für einige Augenblicke spürt man ein Entsetzen, bis der Verstand es erfasst: Aus diesem Haus sind Bewohner während der Nazizeit verschleppt worden. Hier liest man keine anonymen Zahlen, hier wird an individuelle Schicksale erinnert. Die meisten wurden in Konzentrationslagern ermordet.

Diese Erinnerung an das Grauen des deutschen Faschismus und den Schwur von Buchenwald „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ vor Ort wachzuhalten ist einer der politischen Schwerpunkte der SPD in Wilmersdorf Nord.

Auch bisher wurde konkrete Erinnerungsarbeit vor Ort unterstützt: durch Spaziergänge zu Orten der Verfolgung und des Widerstandes im Stadtteil, durch die Gedenktafelinitiative Duisburger Straße
und durch das jährliche Stolpersteinputzen um den 8.Mai, das es auch in diesem Jahr geben wird.

 

Patenschaft gerne übernommen

Als unser Freund Lothar Lewien fragte, ob wir ihn bei der Patenschaft für den Stolperstein der Hilde Ephraim unterstützen würden, haben wir auch dies gerne gemacht.

Wir danken den Auszubildenden des Bauhof Berlin, die heute unseren Stolperstein kostenfrei verlegen.
Wir danken dem Aktionskünstler Gunter Demnig für das Stolpersteinprojekt. Allein heute sind bzw. werden in unserer näheren Umgebung 27 weitere Stolpersteine an 9 weiteren Orten verlegt. Überall haben sich Menschen mit dem Schicksal der Opfer beschäftigt. Eine große Mahn- und Erinnerungsinitiative ist entstanden, die sich im Straßenpflaster dauerhaft dokumentiert und mahnt.

 

Hilde Ephraim dokumentiert nicht nur die Opferperspektive.

Schon 1933 wurde sie als Jüdin und aktive Sozialistin aus dem Staatsdienst entlassen, wo sie in Brandenburg an der Havel als Sozialfürsorgerin – so hieß das damals – tätig war. Sie duckte sich nicht weg, ging nach Berlin und unterstützte hier den Untergrundkampf der SAP, einer Linksabspaltung der SPD, der damals auch Willy Brandt angehörte. Sie kümmerte sich um die Familien Verhafteter in der „Roten Hilfe“ bis sie selbst verhaftet, vom sogenannten Volksgerichtshof verurteilt und nach dem Ende ihrer Haftstrafe zynischer Weise im Rahmen der Euthanasieaktion T 4 nach Hartheim bei Linz verschleppt und dort am 20.9.1940 im Alter von nur 35 Jahren ermordet wurde.

 

Widerstand auch heute notwendig

Wir gedenken Ihrer über Parteigrenzen hinweg, weil sie als politischer Mensch Verfolgten half, wir gedenken ihrer, weil sie in einer schweren Situation daran festgehalten hat, dass Widerstand und Hilfe für Betroffene möglich ist. Wir gedenken ihrer, weil sie eine Nachbarin war, von denen es gerade in Wilmersdorf zu wenig gegeben hat und auch heute noch mehr geben sollte.

Ülker Radziwill, unsere Bundestagskandidatin, hat es auf den Punkt gebracht, indem sie feststellte: Das Gedenken an die Opfer von gestern muss uns heute mahnen, gerade jetzt Widerstand gegen Fremdenhass zu leisten."

 

Weiter Mitmachen

Die SPD-Teilnehmer an der Verlegung und die gesamte Abteilung Wilmersdorf-Nord laden alle Mitbürgerinnen und Mitbürger unseres Bezirks ein, mit uns weiter eine aktive Erinnerungsarbeit zu betreiben. Denn das Wissen um die Vergangenheit, schärft den Blick für das Heute und Morgen.

 

Termine

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