Olivaer Platz - der Beschluss der BVV

Keine Stellplätze, keine Tiefgarage

In ihrer Sitzung vom 14. Juni 2012 hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Charlottenburg-Wilmersdorf mit den Stimmen von SPD, Bündnis90/Die Grünen und Piraten beschlossen, dass der neue Metropolenplatz ohne Stellplätze und ohne Tiefgarage für Pkw's gebaut wird. Dies ist ein Erfolg für alle erholungssuchende Bürgerinnen und Bürger in der Innenstadt und ein Erfolg für die Umwelt. Dafür haben Sozialdemokraten hier im Kiez gemeinsam mit Nachbarinnen und Nachbarn gekämpft. Dafür bedanken wir uns. Was bedeutet dieser Beschluss der BVV? Das Bezirksamt kann noch im Herbst mit Bau vorbereitenden Maßnahmen auf dem westlichen Teil des Parks also in der Grünfläche und an den Bäumen, Büschen und Mauern beginnen, denn die Finanzierung des neuen Platzes durch EU und Land Berlin steht bereit. Parallel dazu werden die Landschaftsplaner die Details ihres Entwurfs unter Berücksichtigung der Anregungen aus den öffentlichen Veranstaltungen weiter ausarbeiten und das Bezirksamt das Bebauungsplanverfahren für die Osthälfte des Platzes, den bisherigen Parkplatz, weiterführen und abschließen. Viele Details werden noch besprochen und entschieden werden müssen. Dazu wird es ganz sicher auch unterschiedliche Meinungen und heftigere Diskussionen geben. Ein Beispiel: Welche Bäume sind nicht mehr langfristig standsicher, welche Bäume stehen der Gestaltung des Entwurfs entgegen? Ein Gutachten muss die Aussagen des ehemaligen Grünflächenamtsleiters, der uns leider nicht mehr beraten kann, überprüfen und konkretisieren. Ein zweites Beispiel: Wo finden wir in Zukunft Blumen- und Staudenrabatten? Wie passen sie in dieses Konzept? Schon jetzt erreichen uns Fragen nach Sitzplätzen. Auch dieses ist ein Thema: wie kann ein verträgliches Miteinander von Mensch und Hund durchgesetzt werden? Vieles wurde auf der öffentlichen Veranstaltung zur Konkretisierung der Gestaltung angesprochen und angemerkt. Aber nun wird es konkret. Bis die Bauaufträge ausgeschrieben und beauftragt, der Parkplatz geschlossen und der gesamte neue Platz fertig werden können, wird also noch etwas Zeit vergehen. Bis Ende 2014 werden wir wohl noch Geduld haben müssen. Ist die Arbeit für uns nun beendet? Diese vier Jahre waren nicht nur anstrengend. Schön war für uns die Erfahrung, in unserem eigenen Wohngebiet aktiv zu werden und MitstreiterInnen zu finden, die Interesse daran hatten, über den Olivaer Platz nachzudenken und selbst eine Vorstellung über seine Zukunft zu entwickeln. Was noch nicht geleistet worden ist, jetzt aber immer wichtiger wird, ist die Frage, ob und wie sich AnwohnerInnen und AnrainerInnen an der Bewirtschaft und Pflege des zukünftigen Platzes ehrenamtlich oder als SponsorInnen beteiligen wollen. Die Gespräche und Diskussionen mit den Gewerbetreibenden und den Nachbarinnen und Nachbarn waren zum Teil ganz toll, weil wir auf viel positive Rückmeldungen und auch viel bedenkenswerte Kritik stießen. Das war spannend – bis auf die Beschimpfungen und Unterstellungen, denen wir auch ausgesetzt waren. Die Gespräche haben uns veranlasst, Kriterien zu formulieren, die uns in der heftigen Auseinandersetzung über das Parken von Autos leiten sollten. Das hat unsere eigene Wahrnehmung geschärft und uns verdeutlicht, welche Ziele uns von Beginn an wichtig waren. Daran haben wir unsere Entscheidung ausgerichtet. Wir dokumentieren sie hier noch einmal. Unsere wichtigsten Entscheidungskriterien
  • Parken im Gebiet ist schwerer geworden. Aber es gibt viele Mietangebote direkt im Umfeld, in bestehenden Tiefgaragen und Parkhäusern direkt im Einzugsgebiet allein über 3000 (Verkehrsgutachten).
  • Der Parkplatz Olivaer Platz hat nur den geringen Anteil von 7% am öffentlichen Stellplatzangebot im Einzugsbereich, ist also für die Parkplatzsituation insgesamt nicht sehr relevant.
  • Angebot an Stellplätzen schafft weitere Nachfrage. Die Nachfrage ist nie erfüllbar.
  • Verkehr ist die Hauptquelle des Lärms und der Schadstoffemissionen in der Innenstadt. Die Konstanzer, die Lietzenburger Straße weisen besonders hohe, die Xantener, Bregenzer und Bayrische Straße unerträgliche Belastungen aus.
  • Eine hohe und lang andauernde Lärmbelastung in Wohnstraßen verstärkt u.a. das Risiko für den Herzinfarkt.
Es gibt also neben der Stellplatzknappheit andere Knappheiten:
  • Saubere Luft,
  • Schutz vor übermäßigem Lärm,
  • Sicherheit im Straßenverkehr
  • Flächen für Erholung, Kommunikation und Austausch, Spiel, Sport und einfach zum Abschalten.
Stellplätze oben oder unten am Olivaer Platz:
  • Sie haben geringe Auswirkung auf die Stellplatzknappheit.
  • Ein zusätzliches Stellplatz-Angebot produziert zusätzlichen Verkehr.
  • Die Knappheit im Einzugsbereich an sauberer Luft würde nichtreduziert, sondern sogar erhöht.
  • Eine Reduzierung von Lärmbelastung in den Wohnstraßen würde nicht erreicht, die Belastung sogar erhöht.
  • Sicherheit im Verkehr für Fußgänger würde weiter belastet.
  • Ein oberirdischer Parkplatz reduziert den neuen Teil des Metropolenplatz um mind.50 % und verhindert einen barrierefreien Zugang vom Nordosten.
  • eine Tiefgarage belastet den Park mit Ein- und Ausfahrt, Auf- und Abgang, mit einem Entlüftungsbau und mit der Abluft der gesamten Tiefgarage.
  • Der gesamte Ostteil des Parks stünde weiterhin auf versiegeltem Boden.
  • Welches sind die Gewinne durch unsere Nullvariante?
    • Mehr urbane Aufenthalts-, Kommunikations- und Erholungsfläche inmitten der Stadt
    • weniger Verkehrslärm für alle und in den Wohnstraßen
    • Reduzierung der Schwebstäube in der belasteten Innenstadt
    • Mehr klimarelevantes und nutzbares Grün
    • Barrierefreie Zugänge aus allen Richtungen in den Park
    • So mancher hat uns gefragt, warum wir uns die viele Arbeit gemacht haben. Wir waren der Überzeugung, dass dieser Standort in der Mitte des Kurfürstendamms, umgeben von interessanten Geschäften und Restaurants, in der Mitte von innerstädtischen schönen Wohnstraßen, dass dieser Standort etwas Besonderes verdient. Ein großzügiger grüner Platz könnte für mehr Menschen aus der Umgebung sichere und schöne Aufenthalts-möglichkeiten schaffen, Kommunikation untereinander ermöglichen, den Kudamm-Bummlern vorbei an den vielen interessanten Geschäften und Restaurants in den Nebenstraßen ein erholsames Ziel bieten, den Kindern im öffentlichen Raum wieder Platz schaffen, das Wohnen und den Aufenthalt in der Innenstadt erträglicher machen. Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Kultur, Erholung, miteinander kommunizieren – alles das gehört für uns zum Leben in der Innenstadt. Weniger Verkehrslärm in den Wohnstraßen, weniger Abgase und Staub, also reinere Luft, weniger Verkehrsgefährdung, für alle leicht zugängliche Plätze zum Verweilen sind uns wichtiger als Parkplätze für alle direkt vor der Haustür bei einer sehr guten Versorgung durch den öffentlichen Nahverkehr. Die Arbeitsgruppe Olivaer Platz wird das Projekt weiter begleiten und Sie, wenn Sie es wünschen, auch weiterhin informieren.
       

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21.11.2017, 19:30 Uhr - 21:30 Uhr Abteilungsversammlung
Thema: Selbstverwaltete Kulturzentren - was ist das das? Referent: Rainer Witteck, Sprecher der Initiative Sc …

25.11.2017, 11:00 Uhr - 16:30 Uhr Workshop "Für wen machen wir Politik - was tun?
Referent: Thorben Albrecht, Staatssekretär beim BM für Arbeit und Soziales; Leitung: Farhad Dilmaghani

12.12.2017, 19:30 Uhr - 21:30 Uhr Jahresendfeier

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Die SPD Wilmersdorf-Nord bietet  jeden 2. Mittwoch im Monat für Fragen des Miet-, Familien- und Arbeitsrechts eine kostenlose Beratung an.

Die Termine:

Mittwoch, 08.11.2017, 17:30 - 18:30 Uhr

Mittwoch, 13.12.2017, 17:30 - 18:30 Uhr

Ort: SPD-Laden in der Kita Aventura, Nikolsburger Platz 6, 10717 Berlin (U-Bahnhof Hohenzollerndamm).

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